Inspektor Morse ermittelt: Randolph Hotel Oxford. (c) Pohl

Inspektor Morse ermittelt: Randolph Hotel Oxford. (c) Pohl

Was haben die beiden britischen Krimiserien »Inspektor Morse« und »Lewis« nicht alles für Oxford getan: Gut – wenn man die Mordopfer aller Folgen zusammenzählte, müsste sich die Bevölkerungszahl der Universitätsstadt um einiges dezimiert haben. Doch Fernsehzuschauer in aller Welt kennen seit Beginn der Ausstrahlung Ende der achtziger Jahre so ziemlich jeden Winkel, jede Gasse, jeden Pub von Oxford. Denn beide Serien — »Lewis« ist in gewisser Weise die Fortsetzung der ursprünglich auf Colin Baxters Romanen basierenden Krimireihe »Inspektor Morse« — wurden zu großen Teilen direkt hier vor Ort gedreht. Und beide bemühten sich immer wieder, auch Sehenswürdigkeiten wie die einzelnen Colleges, Museen oder einzigartige Geschäfte einzubauen. Das hat inzwischen zu einer ganz eigenen Branche geführt: In Touren werden Touristen gezielt zu den Drehorten von »Inspektor Morse« und »Lewis« gebracht.

Vor allem ein Hotel dürfte seine Bekanntheit außerhalb der Stadt mehr oder weniger den beiden Serien verdanken: Das Randolph Hotel — nicht nur das vornehmste, sondern vor allem eines der historisch bedeutsamsten Häuser Oxfords — war immer wieder Ort der Ermittlungen von Morse (John Thaw), Lewis (Kevin Whately) und Sergeant Hathaway (Laurence Fox). In der Morse-Folge »The Wolvercote Tongue« wurde hier sogar eine Leiche gefunden.

Das altehrwürdige Hotel an der Ecke Beaumont Street/Magdalen Street, gleich gegenüber dem Ashmolean Museum, ist bis heute so etwas wie das erste Haus am Platze – trotz nicht gerader geringer Konkurrenz an hochwertigen Hotels in der angesehenen Stadt der Forschung und Lehre. Durch seine auffällige Bauweise der viktorianischen Gotik sorgte das mächtige Gebäude schon früh für Kontroversen. Von 1864 an wurde es erbaut und stellte nach seiner Eröffnung 1866 große Sehenswürdigkeiten wie das Ashmolean Museum umgehend in seinen Schatten. Das gefiel nicht jedem: Manche fanden den gelb verklinkerten Bau zu überdimensioniert, zumindest zu auffällig, andere schlichtweg zu hässlich. Architekt William Wilkinson blieb dennoch bei seinem Entwurf. Inzwischen ist das Randolph längst selbst zu einer Sehenswürdigkeit geworden.

Das Hotel erhielt seinen Namen durch die Nähe zur Randolph Gallery im gegenüberliegenden Ashmolean Museum — nicht wie oft angenommen in Anlehnung an den bekannten Lord Randolph Churchill, der im unweit gelegenen Palast von Blenheim residierte und aus dessen Familie der spätere Premierminister Winston Churchill stammte. Es dauerte allerdings nicht lange, da checkte im Randolph alles ein, das Rang und Namen hatte. Das Hotel zählt heute zu den Bekanntesten Großbritanniens.

Inspektor Morse hat man im Randolph inzwischen das wohl schönste Denkmal gesetzt, das man einem engagierten Trinker wie ihm zugestehen kann: eine Bar. Gleich abseits der noblen Lobby mit ihrem aufwendigen Treppenhaus lädt die »Morse Bar« dazu ein, ein wenig in Erinnerungen an die große Zeit der Krimiserie zu schwelgen. Einer soll dies dem Vernehmen nach bis heute immer wieder tun: Autor Colin Baxter. Vielleicht eine Quelle der Inspiration? Während Baxter seinen Helden Morse in dessen letzten Fall zu Grabe tragen ließ, wird in der Nachfolgeserie »Lewis« schließich bis heute weiter ermittelt. Michael Pohl

MacDonald Randolph Hotel. Oxford, Oxfordshire OX1 2LN, Tel. +44 1865 256 400, www.macdonaldhotels.co.uk/our-hotels/macdonald-randolph-hotel/

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von Michael Pohl

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